Polly goes European Youth Parliament

Polly goes European Youth Parliament

Interview mit Polly Moser (5b) von Amelie Frank (5b).

Das European Youth Parliament wurde 1990 gegr├╝ndet und hat seinen Sitz in Berlin in Deutschland.

Das Ziel dieser Organisation ist es, Jugendlichen das Grundlagenwissen der Europ├Ąischen Union zu vermitteln, demokratische Strukturen greifbar zu machen, und den kulturellen Austausch ├╝ber die Grenzen der Mitgliedstaaten hinaus zu f├Ârdern. Die Verantwortung Jugendlicher soll dadurch gef├Ârdert werden.

Der Vorstand setzt sich durch acht Personen zusammen, welche jeweils einen eigenen Bereich vertreten. Dieses Programm hat in Deutschland (Stand 2015) bereits 2000, europaweit schon 35000 Jugendliche erreicht. J├Ąhrlich werden bis zu zehn Parlamentsimulationen in Deutschland, bei denen europ├Ąische Jugendliche beteiligt sind, organisiert.

Liebe Polly, wie bist du auf die Idee gekommen am EYP teilzunehmen?

In Geschichte haben wir ├╝ber das EYP gesprochen. Da das Ganze in meinen Augen ziemlich interessant und vielversprechend klang, habe ich mich dazu entschieden mich anzumelden. Grunds├Ątzlich bin ich nicht davon ausgegangen, dass ich genommen werde da das Programm eigentlich ab 16 ist und ich erst 14 bin, was aber schlussendlich kein gro├čes Problem war, da Alter f├╝r sie keine Rolle spielt.

Wie kann man sich deine Tage beim EYP vorstellen? Was hast du dort gemacht?

Am ersten Tag hatten wir Team-Building, was bedeutet, dass ich erst mal die Leute aus meinem Komitee kennengelernt habe und wir einige Kennenlernspiele gespielt haben. Am Tag darauf haben wir angefangen ├╝ber das Problem, welches uns zugeteilt wurde, zu reden und zu diskutieren. Ziel war es, mehrere plausible L├Âsungen zu finden und anschlie├čend eine sogenannte Resolution zu verfassen, welche dann am dritten Tag im General Assembly vor allen anderen vorgestellt wurde. Mein Komitee musste sich beispielsweise damit auseinandersetzen, dass der polnische Pr├Ąsident entschieden hat LGBTQ+ Unterricht vom Lehrplan zu streichen.

Wie war dein Zusammentreffen mit den anderen Jugendlichen des EYPs?

Ich war anfangs ziemlich aufgeregt, weil ich dort die J├╝ngste war und alle anderen im Schnitt 16 bis 19 Jahre alt waren. Zus├Ątzlich kamen viele von anderen L├Ąndern wie Armenien, Spanien oder der T├╝rkei. Doch es gab eigentlich wenig Grund zur Sorge, da alle supernett und ganz unterschiedlich waren. Von den ca. 70 Leuten, die dort teilgenommen haben, kannte sich der Gro├čteil noch nicht, weshalb man viele neue Bekanntschaften schlie├čen konnte. Ich selbst war mit 7 anderen Jugendlichen und einer Gruppenleiterin in einem Komitee, mit welchen ich immer noch Kontakt habe. Zwei von ihnen kommen zum Beispiel aus Griechenland, Vasiliki und Thomas.

Wie viel Zeit hast du in dieses Programm investiert?

Wir haben uns sehr intensiv mit unserem Thema auseinandergesetzt, was nat├╝rlich bedeutet hat, dass wir ziemlich lange daran gearbeitet haben. Das Seminar fand von Freitag bis Sonntag statt und lief, au├čer am Freitag, von morgens bis abends. Zwischendurch gab es eine Mittagspause und immer wieder kleinere Pausen, die auf jeden Fall notwendig waren, denn es war durchaus anstrengend, sich den ganzen Tag so zu konzentrieren.

Wie lautet dein Fazit, w├╝rdest du es wieder machen? Kannst du eine Teilnahme empfehlen?

Ja, ich w├╝rde es auf jeden Fall nochmals machen und empfehle es auch anderen Jugendlichen weiter, auch wenn es teilweise ziemlich stressig war. Vor allem unter den derzeitigen Bedingungen, aufgrund Covid-19, war vieles sehr anders als sonst. Normalerweise h├Ątte man sich irgendwo in Europa getroffen, doch dieses Jahr wurde das ganze Online abgehalten, was nat├╝rlich Vor- und Nachteile hatte. Ich fand dieses Programm deshalb so toll, weil man sich mit vielen wichtigen Themen unserer Gesellschaft befassen konnte, neue Leute kennengelernt hat und ich gleichzeitig auch noch mein m├╝ndliches Englisch verbessert habe. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es vielen Leuten helfen k├Ânnte ein St├╝ckchen aus Ihrer Komfortzone herauszutreten. Selbst wenn man sich dann noch dazu entscheidet lieber nicht so viel zu sagen ist auch das v├Âllig okay, denn keiner wird zu irgendwas gedr├Ąngt.